Die Schützengilde Letschin 1912 e.V. 
„Im schönen Oderlande, gebettet ganz in Grün, fernab vom märk’ischen Sande, liegt unser Ort Letschin. Da herrscht frohes Leben, gepaart mit heit’rem Sinn, ihm sind wir treu ergeben, Letschin bleibt doch Letschin. (Letschiner Marsch)
Am 14. Januar 1995 erfolgte die Neugründung der Schützengilde Letschin 1912 e.V. 39 Interessenten des Schießsports und der Schützentradition waren die Gründungsmitglieder unserer Gilde. Unter der Patenschaft des Schützenvereins Schiffmühle erfolgte die Gründung des Vereins, die Beschlussfassung zur Satzung und die Wahl des ersten Vorstandes. Zum 1 Vorsitzenden wurde der Kamerad Lehmann gewählt und als Geschäftsführer der Kamerad Manfred Bausch. Durch die Mitgliedschaft in anderen Vereinen wurde die Basis unserer Arbeit auf dem Gebiet der Sachkunde und der ersten Waffenbesitzkarte gelegt.
Nach der Gründung wuchs die Mitgliederzahl schnell auf 70 Mitglieder an und es entwickelten sich die unterschiedlichsten Interessen an der Vereinsarbeit. Im Mittelpunkt stand dabei das Sportschießen. Besonders die Großkaliberdisziplinen waren bei den Mitgliedern gefragt. In den vergangenen Jahren wurden unzählige Titel für Einzel- und Mannschaftskreismeister errungen. Bis zum heutigen Tag ist diese Säule der Impulsgeber für die Vereinsarbeit. Als Initiatoren der Entwicklung sind besonders die Kameraden Erich Lehmann, Ernst Kummrow, Heinz Waskow und Karlheinz Weilandt zu nennen.
Die Wurzeln der Gilde
Die Schützengilde Letschin wurde durch den Kaufmann Erich Hering gegründet, nachdem ein im Juli 1899 unternommener Versuch der Gründung fehlgeschlagen war. In einer am 14. November 1912 abgehalten Versammlung wurde mit 19 Mitgliedern die Gründung beschlossen. Der erste Hauptmann der Gilde war Kaufmann Erich Hering. Am 2. Oktober 1913 erfolgte die endgültige Festlegung der Statuten. Am18. Mai 1914 konnte das von Maurermeister Finster erbaute Schützenhaus und der von Maurermeister Schüler erbaute Schießstand feierlich eingeweiht werden.
Die Fahnenweihe erfolgte im Juli 1921. Schützenfeste, das Königsschießen und das Vogelschießen gehörten zur festen Tradition.
An größeren Festen veranstaltete die Letschiner Gilde die märkischen Bundesschießen 1912 und 1929, die Lebuser Bundesschießen 1927 und 1934 sowie die 20jährige Jubelfeier im Mai 1933. Durch den Einfluss der NSDAP und der geforderten Gleichschaltung der Vorstände löste sich die Gilde Ende der 30iger Jahre auf. Das Vereinshaus und der Schießstand der Gilde wurden Opfer des Krieges.
Die Ergebnisse der Neugründung
Nach der Neugründung entwickelte sich ein reges Schützen- und Vereinsleben. Höhepunkte in der Entwicklung sind bis zum heutigen Tag: die Wiederbelebung alter Traditionen, die Schützenfeste 1997, 1999, 2000 und 2002, die Weihe der neuen Vereinsfahne im Jahre 1997 zum 1. Schützenfest und die Teilnahme unserer Schützen am Landeserntefest in Letschin im Jahre 2001. Besonders Stolz sind wir auf eigene Schießhalle, die 2001 eingeweiht wurde und auf die Gestaltung des Schützenhofes im Jahre 2005. Die Einweihung des Hofes fand zum 100. Jahrestages des Denkmales „Alter Fritz“ statt. Hier zeichneten sich besonders die Kameradinnen/en Ast, Weilandt, Woicke, Steffen, Kummrow, Wolf, Fritsche, Schure, Müller, Düsterhöft und Dietrich aus. Unser Schützenhaus ist heute Konsultationsstützpunkt
Für Sachkundelehrgänge und für die Schießleiterausbildung, sowie für die Kreisliga des Schützenkreises MOL. Bis heute wurden 9 Königsschießen durchgeführt, wobei die Kameradin Düsterhöft sechsmal Königin wurde. Jeden Donnerstag besteht außerdem die Möglichkeit einer geselligen Zusammenkunft nach dem Training. Vereinswettkämpfe und Versammlungen werden oft mit einem gemütlichen Beisammensein beendet.
Ernst Kummrow – Schütze in dritter Generation
Die Gründung der Schützengilde und auch die Neugründung sind eng verbunden mit dem Namen Ernst Kummrow. Großvater und Enkel pflegten bzw. pflegen die gleiche Tradition. Großvater Ernst Kummrow war Gründungsmitglied, Bäckermeister und 1914 der erste Schützenkönig. Sein Enkel Ernst Kummrow war Gründungsmitglied der Neugründung. Bäckermeister und Schützenkönig 2001. Enkel Ernst, heute 70 Jahre alt, war jahrelang Vizepräsident unserer Gilde.